Von den Kröger’schen Vorvätern!

Es muss alles seine Ordnung haben”,  sagten die Preußen. Darum mussten Wehrpflichtige immer ihre Heimatadresse  hinterlassen. Seit 1871 hatten wir einen Kaiser und das war ein Preuße! Der  Wehrpass von einem unserer Vorväter ist erhalten geblieben.

Darin steht  geschrieben:

Dragoner Friedrich Wilhelm Kröger,

geboren am 2. Februar 1850

zu  Großenwede Kreis Fallingbostel,

Größe 1,695 Meter, Religion lutherisch,  ein Pferdeknecht,

ist in das stehende Heer eingetreten  am 1. Mai 1872

bei der Ersatz-Schwadron 1.  Hannoversches Dragoner-Regimant Nr. 9

Fünf Jahre später, am 26. 7. 1877  hat er sich in Kiel nach Wilster im Holsteinischen abgemeldet, aber ging von  dort auf Wanderschaft im Inland. Wir wissen nicht wo er war, anscheinend kam er nur bis Moorburg. Ein Jahr späer wurde er wieder nach Kiel zu einem Manöver  einberufen.

Sein Entlassungszeugnis lautete:

“Kröger war vom 7ten Mai  bis 1ten Juli  bei der 5. Schwadron des Hannov.  Husaren-Regiments Nr. 15  zu einer acht  wöchentlichen Übung eingezogen. Derselbe hat sich während dieser Zeit gut  geführt, keine Strafen erlitten und wurde am 9. Juli 1878 nach Moorburg bei  Hamburg entlassen.”

  v. Schadow,  Oberst und Regiments-Comandeur 

Friedrich Wilhelm war also 1878 in  Moorburg beim Milchmann Marquardt wohnhaft.. Die Eltern Hinrich Kröger und Catharina geborene Ruschmeyer wohnten in  Großenwede.

Er heiratete 1882 Anna Schröder, die  1859 ebenfalls in Großenwede geboren war. Sie lebten in Moorburg und hatten vier  Söhne:  Hermann wurde 1883,  Friedrich um 1885, Heinrich Wilh. 1888  und als Vierter Wilhelm am 6.8.1897 ebenfalls  in Moorburg  geboren.

Anna’s Eltern hießen Wilhelm und  Maria Schröder. Diese Familie lebt auch heute noch in Zahrensen und Umgebung.  Die Schröders, Uroma Annas Nichten und Neffen (Gerhard und Ottfried) sind des öfteren besucht worden oder kamen nach Harburg in die Bansenstraße.

Schon 1908  verabschiedete sind der Ex-Dragoner Friedrich Wilhelm für immer von seiner Frau.  Die Söhne Friedrich und Heinrich fielen im Kriege 1914-1918

(siehe  Gedenktafel in der Moorburger Kirche).

Wilhelm, Euer Großvater, kam verwundet zurück, weil die  Engländer und Franzosen in Nordfrankreich Granaten mit Senfgas eingesetzt  hatten.  Er hat dann Ofensetzer gelernt.  Im seinem Lehrvertrag von 1902 damals wurde vereinbart, dass 5 Mark monatlich an  den Meister zu zahlen sind. Der Lehrling bekam mittags Essen, aber keinen Lohn  !!

Als Geselle konnte Wilhelm nun für seine Mutter sorgen. Sylvester 1928 flirtete er mit der Tochter Luise seines  Chefs August Maler so sehr, daß sie im April heiraten mussten. Nun arbeitete er  für Mutter, Frau und Nachwuchs. Dieser stellte sich auch reichlich ein. Ursula,  Renate, die Zwillinge Luise und Wilhelm, Friedrich und Hermann, eure heutigen  Eltern und Großeltern, Onkel und Tanten.

Doch dann kam der Krieg mit den  verheerenden Bombenabwürfen auf deutsche Städte. 1943 traf es Hamburg so stark,  dass die Familie nach Zahrensen zu den Verwandten flüchtete und dann nach Siegenburg in Niederbayern evakuiert wurde (Die Fotos sind um 1939 gemacht  worden)..

Oma Anna und Vater Wilhelm reisten  später nach, denn er brauchte für sich eine Extra-Genehmigung der Behörde. Nun  durfte er als Hafnermeister bzw. Ofensetzermeister in Siegenburg arbeiten. Die  Rosa wurde dort geboren.

Als dann 1945 die Amerikaner kamen,  bekam Vater Wilhelm eine sehr schwere Lungenentzündung, die er nicht  überstand.  “Was nun?”  Sie wollten nach Hause, aber  die Wohnung war von anderen Leuten belegt.  Mutter Luise schaffte es, daß die Wohnung frei gemacht wurde. Dann wurde ein  halber Waggon für die Heimreise angemietet. Es waren etliche nette  Abschiedsgeschenke mitzunehmen. Doch aus der Wohnung in Harburg war alles  Tragbare mitgenommen worden.

So fing man wieder bei Null an  !  Dann kam 1948 die DM-Zeit !  Diesmal bekam jeder zum Anfang nur 40 Deutsche  Mark als Startgeld. Nun zahlen wir seit Januar 2002 mit  EURO.

Wenn ihr mehr wissen wollt, dann  lasst es Euch von den Eltern oder Großeltern erzählen. Ich müßte sonst ein  ganzes Buch schreiben. Und alles weiß ich ja auch nicht!

 

Es ist jedenfalls eine großartige  Sache, dass sich die ganze Familie Kröger, die zur Zeit am Leben ist, in Undeloh  getroffen hat. Macht weiter so! Verliert Euch nicht aus den Augen, denn Freunde  kann man wechseln, aber die Familienbande ist eine Verbindung des Blutes oder  der Gene, wie man ja heute weiß!

                                                                                         Gerhard von Rönn

                                                                                                                                                                          Hamburg-Harburg im Juli 2002

Familientreffen 2002  Teil 3

Album schliessen

Stammbaum